Behandlung offener Wunden

Behandlung offener Wunden Schnelles Handeln ist für eine gute Wundheilung wichtig.

Egal ob Schürfwunde, Schnittwunde oder Kratzwunde – bei offenen Wunden im Alltag sollten vom ersten Moment an die richtigen Maßnahmen getroffen werden. Auf diese Weise lässt sich die Wundheilung unterstützen und das Risiko für Infektionen und Narbenbildung mitunter reduzieren. In bestimmten Fällen ist ein Arztbesuch wichtig.

Wundbehandlung: Erste Hilfe

Bei kleineren, offenen Wunden hat sich folgende Vorgehensweise bewährt:

  • Waschen Sie sich vor und nach der Wundversorgung grundsätzlich die Hände.
  • Eine sorgfältige Wundreinigung ist wichtig, um Schmutzpartikel aus der Wunde zu entfernen und einer Wundinfektion vorzubeugen. Daher empfehlen auch Experten, die Wunde im ersten Schritt der Wundversorgung zu säubern.1 Geeignet ist fließendes, hand-warmes Wasser mit Trinkqualität (alternativ stilles Wasser aus der Flasche). Für eine gezielte und effektive Wundreinigung stehen auch rezeptfreie Mittel in der Apotheke zur Verfügung. Mehr erfahren
  • Fremdkörper (z. B. kleine Steinchen) können mit einer sterilen Pinzette entfernt werden. Größere Fremdkörper sollten nur von einem Arzt entfernt werden.
  • Eine Wunddesinfektion (also eine antiseptische Behandlung) ist nur bei stark infektionsgefährdeten Wunden (z. B. Bisswunden) erforderlich. Wichtig, wenn eine Wunddesinfektion erforderlich ist: Bringen Sie das Antiseptikum nicht zu tief und nur einmalig in die Wunde ein, andernfalls könnte die Wundheilung beeinträchtigt werden
  • Spezielle Präparate aus der Apotheke können die Wundheilung unterstützten. Besonders bewährt hat sich hier das Prinzip der feuchten Wundheilung
  • Zum Schutz der Wunde vor Verunreinigungen sollte die Wunde mit einem Pflaster oder Verband abgedeckt werden.
1 Leitlinien der Deutschen Gesellschaft für Kinderchirurgie: Wunden und Wundbehandlung. AWMF-Register Nr. 006/129; Klasse S1. Stand: 09/2014; Gültigkeit nach inhaltlicher Überprüfung verlängert bis 29.09.2019)

Wundheilung unterstützen:
Mittel für die Hausapotheke

Mittel zur Wundreinigung sowie zur Wundbehandlung sollten in keiner Hausapotheke fehlen!

Denn mit der richtigen Unterstützung lässt sich nicht nur die Infektionsgefahr verringern, auch die Wundheilung wird gefördert und das Risiko der Narbenbildung kann reduziert werden.

Lesen Sie hier mehr zum Thema Hilfe aus der Apotheke bei offenen Wunden.

Schnelle Wundheilung – was Sie noch tun können

Um die Wundheilung zusätzlich zu fördern und das Narbenrisiko zu reduzieren, sollten Sie in der nächsten Zeit einige einfache Maßnahmen beherzigen:

  • Halten Sie die betroffene Körperstelle ruhig. Das gilt insbesondere für Gelenke, die im Alltag häufig bewegt werden (z. B. Fingergelenke, Kniegelenke)
  • Verzichten Sie auf das Rauchen, denn Nikotin beeinträchtigt die Durchblutung und steht so den natürlichen Prozessen der Wundheilung im Wege
  • Kratzen Sie eine Kruste niemals ab
  • Meiden Sie bei einer noch „frischen“ Wunde die direkte UV-Strahlung – andernfalls drohen Pigmentierungsstörungen im Bereich der geschädigten Haut.

Offene Wunden – wann zum Arzt?

In bestimmten Fällen ist bei Wunden ein Arztbesuch wichtig. Das gilt insbesondere...

  • ... bei sehr tiefen Wunden
  • ... bei stark blutenden Wunden
  • ... bei stark verschmutzten Wunden/ bei größeren Fremdkörpern in der Wunde
  • ... bei Bisswunden (erhöhte Infektionsgefahr!)
  • ... bei Anzeichen einer Wundinfektion (Rötung, Überwärmung, Schwellung, Schmerzen, eitriges Sekret), die sich meist nach einigen Tagen einstellen
Wichtig: Wenn Sie sich unsicher sind, ob Ihre Tetanus-Impfung noch wirksam ist, sollten Sie auch diesen Punkt beim Arzt abklären lassen.
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